Sauber machen

Auch unseren digitalen Müll exportieren wir: vor allem nach Manila. Was alles damit verbunden ist, zeigt eindrucksvoll der Film „The Cleaners“ (gerade im Kino - geht hin!).

Menschen in Manila (und anderswo) übernehmen den Job, unsere Medien von Bildern und Filmen zu reinigen. Wie fühlt sich jemand, der stundenlang grauenvolle, ekelhafte und todtraurige Bilder ansieht und zudem unter dem Entscheidungsdruck steht, welche Bilder im world wide web weiter sichtbar bleiben sollen?

Als digitale Bürger sollten wir uns dafür interessieren, wie unsere digitale Gesellschaft aussehen soll. Diese Entscheidung sollten wir keinen privaten Firmen überlassen und auch nicht einfach so nach irgendwo abgeben…

Ohnmacht im Badezimmer

Letztens stand ich im Badezimmer und erschrak mich vor all den Plastikflaschen: Duschgels, Shampoos, Haarkur, Handseife flüssig im Spender, Cremes. Vieles davon war Bio, manches aus Nachfüllpackungen (die es leider nicht für alle Produkte gibt) und trotzdem: ein riesiger Materialaufwand. Ich versuchte mich zu erinnern, wo die Idee herkam, all das zu brauchen und entschied mich für einen Test, ob es auch ohne geht.

Ich kann berichten: Festes Shampoo am Stück (meine Lieblingsquelle trotz Versand: http://www.creamy-stuff.ch) bringen mein Haar in einen wunderbaren Zustand. Ab und zu verteile ich eine Stunde vor dem Waschen Kokos-Öl in den Spitzen. Das Kokos-Öl ist übrigens auch unschlagbar bei trockener Haut.

Ein Freund von mir benutzt nur noch Wasser zum Haarewaschen und das funktioniert deshalb so gut, weil sich das Haar dann endlich regenerieren kann. Nicht mehr trocken vom Shampoo und deshalb danach durstig nach Haarkur.

Duschgel lässt sich einfach durch vegane Seifen ersetzen, gibt es mit tollen Düften und in der Pappschachtel.

Es gibt noch mehr zu ändern...

Aber ist das nicht eigentlich auch positiv, Wachstum?

Im Sinne von Veränderung ist es sehr positiv. Und wenn Kinder und Pflanzen wachsen natürlich auch (das gibt der Duden als erste Bedeutung an). Im Sinne von immer mehr (Wachstum der Wirtschaft) ist es nicht das Abbild von dem, was in unserer natürlichen Mitwelt (meist Umwelt genannt) geschieht. Dort pulsiert alles, verändert sich alles. Wird aber nicht immer mehr, sondern baut sich an einer bestimmten Stelle wieder ab, um neu zu wachsen und sich zu verändern. Kinder und Pflanzen hören übrigens auch irgendwann mit dem Wachsen auf.

Die Idee vom Wachstum - bei dem alles immer mehr wird - findet sich in vielen Bereichen: Energie, Geld, Rohstoffe, Kleidung, Essen.

Was muss passieren, damit ich ein T-Shirt für 5 Euro kaufen kann?

Ein Film über die Ausbeutung: https://truecostmovie.com

Als Konsumenten stehen wir vor der Frage, ob es einen Unterschied macht, was wir kaufen. Sich nicht als "Konsument" zu sehen, sondern als jemanden, der mit der Welt verbunden ist und dem es nicht egal ist, was mit Anderen geschieht und deshalb darüber nachzudenken, was wir wirklich "brauchen" ist der erste Schritt.

Marken die z.B. anders produzieren: https://www.armedangels.de, http://eu.patagonia.com/de/de/home/